Umbau Bahnhof und ZOB Korbach

Die stillgelegte Bahnstrecke Korbach-Frankenberg wurde 2015 reaktiviert. Es wurden fünf Stationen unterwegs neu errichtet und wieder in Betrieb genommen, die teilweise direkt mit dem Bus verknüpft sind.

Alle Stationen verfügen über eine P+R-Anlage sowie Fahrradabstellanlage. Nun ist die Region optimal in das Verkehrsnetz eingebunden. Heute sind auf der Strecke viele Erholungsuchende unterwegs, da sie durch die Ferienregion Kellerwald-Edersee mit hohem Freizeitwert führt.

Die Bahnstrecke ermöglicht nicht nur in Nordhessen gute Verbindungen, sondern schafft darüber hinaus Wege nach Mittel- und Südhessen sowie in den Hochsauerlandkreis und das Ruhrgebiet. Die Anzahl der Fahrgäste auf diesem Streckenabschnitt hat sich seit Reaktivierung der Bahnstrecke verdoppelt.
Zum Hessentag 2018 wurden in Korbach der Hauptbahnhof und das gesamte Bahnhofsumfeld umgebaut. Hierzu wurde der ZOB barrierefrei und mit einer großzügigen Überdachung angelegt. Der Stadtbus hält nun direkt am Bahnsteig, sodass der Umstieg besonders angenehm ist.

Die Gleise sind über Aufzüge barrierefrei erreichbar. Die P+R-Anlagen wurden ebenso erweitert wie die Fahrradabstellanlagen. Eine Sammelgarage im direkten Bahnsteigzugang von Seiten der Innenstadt bietet auch hochwertigen Fahrrädern gegen Gebühr einen sicheren Abstellplatz.

Das NVV-Kundenzentrum ist in ein neues Servicegebäude am ZOB eingezogen. Hier befinden sich auch ein Wartebereich und Sanitäranlagen. Seit dem Umbau ist der Aufenthalt am Bahnhof übersichtlicher und die Wege sind kürzer.

Informationen zur Baumaßnahme

  • Mit den Bauarbeiten wurde am 20. April 2017 begonnen, mit dem Ziel vor dem Hessentag 2018 (25. Mai bis 3. Juni 2018) in Korbach eine fertiggestellte Anlage der Öffentlichkeit zu präsentieren. Rechtzeitig zum Hessentag 2018 erfolgte die Abnahme des Hauptgewerkes am 23. Mai 2018.
  • Das gesamte Bahnhofsumfeld wurde städtebaulich und verkehrsplanerisch neu geordnet, sowie barrierefrei gestaltet. Es sollte ein Empfangsort und Eingangstor zur Innenstadt / Fußgängerzone auf einer Fläche von ca. 11.000 m² geschaffen werden.
  • Die neue leistungsstarke und zeitgemäße Anlage des ZOB ermöglicht eine komfortable und reibungslose Abwicklung des ÖPNV- und Stadtbauverkehrs mit insgesamt vier neuen Haltestellen für den Regionalbusverkehr, zwei Haltestellen für den Stadtbusverkehr, eine Haltestelle für den überregionalen Busverkehr und für touristische Busse, sowie Haltestellen für Taxen und Anruf-Sammel-Taxen.
  • Die Abfahrtszeiten werden für die Regional- und Stadtbusse über ein Dynamisches Fahrgastinformationssystem (DFI) angezeigt. Für Menschen mit eingeschränkter Sehfähigkeit sind akustische Informationen installiert wurden.
  • Unter der Dachanlage wurde ein modernes Service-Gebäude errichtet, indem der DB-Servicebereich, eine öffentliche Toilettenanlage und ein Warteraum untergebracht sind.
  • Weiterhin sind Parkplatzanlagen mit insgesamt 51 Stellplätzen entstanden. Davon sind 40 PKW-Stellplätze, 7 Park + Ride Stellplätze und 4 Behindertenstellplätze.
  • Zudem wurde am Bahnhofsvorplatz eine Fahrradabstellanlage mit 18 Stellplätzen mit einem Schließfachschrank zur Aufladung von E-Bikes errichtet. Hinzu kommen weiter 12 überdachte Fahrradstellplätze mit direkten Zugang zum Bahnsteig um ZOB
  • Die alte Bahnsteigunterführung wurde verfüllt, eine neue Personenunterführung mit ca. 6 m Breite und direkten Zugängen zu den verlängerten Bahnsteigen in neuer Lage erstellt. Diese dient nun auch einer attraktiven Verbindung aus der Fußgängerzone zum ZOB bzw. dem anderen Stadtteil. Zudem bieten zwei Aufzüge barrierefreie Zugänge zu den Gleisanlagen für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen

Daten und Fakten

  • Insgesamt waren über 30 Firmen an der Baumaßnahme beteiligt
  • Planungszeit: ca. 14 Monate (Februar 2016 bis April 2017)
  • Bauzeit: ca. 14 Monate (April 2017 bis Mai 2018)
  • Kosten: Anteil Stadt Korbach: Bau- u. Baunebenkosten voraussichtlich ca. 9.1 Mio. Euro
  • Fördermittel: insgesamt 4.522.200 Euro, davon nach GVFG: 3.727.500 Euro und FAG: 794.700 Euro.
  • Kostenanteil Kurhessenbahn: 4,4 Mio. Euro, davon 3,6 Mio. Euro aus dem „Zukunftsinvestitionsprogramm für barrierefreie Verkehrsstationen“ (50 Prozent Bundes-/50 Prozent Landesmittel), 0,75 Mio. Euro Mittel der Stadt Korbach für Mehrbreite der neuen Unterführung, 40.000 Euro Eigenmittel der Kurhessenbahn
  • Beteiligung des Nordhessischen Verkehrsverbundes an den Baunebenkosten in Höhe von ca. 500.000 Euro
Kurhessenbahn ©

Einweihungsfeier Bahnhof/ ZOB Korbach

Kurhessenbahn ©

Am 30. August 2018 fand die Einweihungsfeier des Bahnhofs und ZOB Korbach mit geladenen Gästen statt. Mit der Einweihung wurde ein wichtiger Baustein innerhalb der Reaktivierung der Strecke Korbach-Frankenberg abgeschlossen. Damit sind aber die Pläne und Investitionen im Netz der KHB nicht abgeschlossen. Landrat Dr. Kubat wies auf die Elektrifizierung von Obervellmar nach Wolfhagen hin und richtete seinen Wunsch der Realisierung an den Konzernbevollmächtigten der DB Dr. Vornhusen. Bei den Reden wurde insbesondere die gute Zusammenarbeit mit allen Projektbeteiligten gelobt. Die Gäste bestaunten den neuen Bahnhof und ZOB und ließen es sich nicht nehmen, auch mal die Werkstatt der KHB zu besichtigen.